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Ausbildung zum universellen Musiker


Ich leite seit Februar 2014 in der Akademie für Tonkunst den Fachbereich Komposition. Diese Dozentur umfasst Einzelunterricht in Komposition, Seminare über Musikästhetik, aktuelle Musik und Instrumentation, Gruppenunterricht in Improvisation Neue Musik und im Rahmen des Fachs „Musizierpraxis - Neue Musik“ dIe Leitung des eigens dafür neu initiierte Ensemble Tonkunst.  Zudem gehört das Kuratieren des alljährlichen Festivals "Tage für Neue Musik" der Akademie zu meinem Aufgabenbereich.

Meine Lehrtätigkeit an der Akademie für Tonkunst habe ich begonnen, um - ganz im Sinne des neu eingerichteten Studiengangs für „Angewandte Musikalische Kunst“ - einen neuartigen Studiengang im Fach Komposition aufzubauen. Der Wunsch danach resultiert einerseits aus meinen eigenen, z.T enttäuschenden Erfahrungen an der Musikhochschule und andererseits aus den Erfahrungen als ausführender Musiker in den Ensembles, die ich leite. In den zahlreichen Uraufführungen junger und auch älterer Komponisten zeigte sich sehr häufig ein Mangel an praktischem - und somit handwerklichem - Könnens seitens der Komponisten, was meines Erachtens schlicht aus einem Mangel an Erfahrung herrührt. Als Ausweg aus diesem Missstand in der Kompositionslehre habe ich das Ensemble Tonkunst aufgebaut, das aus den Kompositionsstudenten und aus Studenten aus dem Instrumental- und Vokalfachbereichen besteht. Das Ensemble hat folgende Ziele:

Kompositionsstudenten können wöchentlich ihre Werke ausprobieren und sofort auf eventuelle Unzulänglichkeiten reagieren. Beim Zuhören bei den Proben können zusätzliche Anregungen gewonnen werden. Die Notation - häufig Quell von Missverständnissen - kann sofort auf ihre Lesbarkeit und Verständlichkeit hin überprüft werden

durch das interpretatorische Mitwirken der Komponisten als Instrumentalist oder Dirigent können wichtige Erfahrungen bezüglich der Spielbarkeit und der Interpretation der eigenen Werke im Allgemeinen gewonnen werden

die unsichtbare, aber existierende Barriere zwischen Komponisten und Interpreten soll durch regelmäßige Begegnung und Zusammenarbeit aufgehoben werden

Der Studiengang "Angewandte Musikalische Kunst" stellt für mich eine Chance dar, einen neuen - eigentlich alten Musikertypus - wieder zum Leben zu erwecken: den des universellen Musikers, wie es die alten Meister von Bach, über Mozart und Beethoven bis hin zu Mahler alle gewesen waren, in der Hoffnung, junge Komponisten mittels der praktischem Erfahrungen in der heutigen Zeit zu neuen Impulsen innerhalb der Neuen Musik anzuregen.